Der Krafttiertanz

Sein Krafttier zu tanzen, es durch mich sich bewegen zu lassen, bedeutet, die eigene Kontrolle der Motorik soweit im Griff zu haben, daß man sie nicht ausübt. Aber was passiert ohne Kontrolle? Nichts?

Nichts jedenfalls, was mit der Ausübung von sagen wir langsamen Walzer zu tun hat. Es ist eher eine entrückte Variante körperlicher Inanspruchnahme.

Ähnlich den Anfängen beim Erlernen der schamanischen Reise, wo der Verstand „ausgeschaltet“ wird, um anderen Einflüssen zu gestatten Raum zu greifen, läßt man seinen Körper oder Teile seiner motorischen Funktionen gehen, macht sie zugänglich für andere Steuerungen.

Loslassen ist angesagt.

Anfangs ist es möglicherweise hilfreich, die Bewegungen des Tiers, wie man sie sich eben vorstellt, zu imitieren. Hierbei kommt es gelegentlich zu Szenerien, die durchaus einen gewissen Unterhaltungswert haben. Amüsement allerdings ist momentan nicht unser Thema.

Sollten Sie also vielleicht armschwingend, und auf diese Art Ihre Armabduktionsmuskeln strapazierend, versuchen, einen Gänsegeier zu tanzen, vergessen Sie bitte nicht, im schamanischen Bewußtseinszustand zu bleiben.

Geben Sie Ihrem Krafttier Gelegenheit, einen Teil Ihrer Gesamterscheinung, Ihrer Selbst, kennen zu lernen. Betrachten Sie dies als Ihren Teil des Gebens und Nehmens.